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Donnerstag, 25. April 2013

frühes Ende

Eigentlich hatte ich für heute vor der Strafkammer den ganzen Tag verplant.
Immerhin waren insgesamt fast 30 Zeugen geladen.

Es ging um verschiedene Vorwürfe. Alles was das Herz begehrt:

Raub, schwerer Raub, räuberische Erpressung, Körperverletzungen... .

Nun ja. Das ist insofern problematisch, als das der Angeklagte Erwachsener war bzw. ist und wir Mindeststrafen haben. Das dies schnell mal vier fünf sechs Jahre bedeuten können, ist klar.

Also brauchen wir ein Geständnis. Ein echtes, von Reue geprägtes Geständnis.

Denn wir brauchen einen sog. minderschweren Fall und die Voraussetzungen des § 21 STGB. Verminderte Schuldfähigkeit. Das hatten wir, da der Angeklagten alle Taten intoxiert mit PEP und viel Alkohol begangen hatte.

Denn eigentlich ist er ein netter Kerl. Nur intoxiert halt nicht. Also haben wir alles gegeben um das Gericht und die Staatsanwaltschaft zur Gnade zu bewegen.

Und auch die Sachverständige.

Ich will Sie nicht weiter nerven. Es hat geklappt. Zwar eine unvermeidliche Freiheitsstrafe, aber auch eine Therapieweisung nach § 64 STGB.

Und aufgrund der Strafhöhe muss der Angeklagte nicht in den Knast, sondern darf seine Therapie machen. Und wenn er die durchsteht, muss er gar nicht ins Kittchen. ...

Das Ergebnis ist ok. Zumal ich den Angeklagten während dem Verfahren zweimal vor der Vollstreckung eines Haftbefehls bewahren konnte.

Bis dann.