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Samstag, 2. März 2013

"Nur, weil ich Araber bin".

Ich kann es nicht mehr hören.
Diese Geschichten von Mandanten, die sich von der deutschen Justiz zu Unrecht verfolgt sehen "nur weil ich Araber bin".

Erst bei einen jüngsten Knast Besuch eines Mandanten wieder dasselbe. Ein Aufschrei, ob Deutschland überhaupt noch zu Europa gehöre oder ob der Mandant als Ausländer anders behandelt werden würde.

Nur weil er Araber sei. ...

NEIN. 
Das sind absurde Vorwürfe an die Staatsanwaltschaften, an die Justizanstalten.

Ich mache die Strafverteidigungen schon sehr lange.

Aber obschon der Job manchmal zum Haarekräuseln ist:

Ausländerfeindlichkeit von justitieller Seite ist mir noch nie untergekommen.

Vielmehr wird von den Mandanten diese "Ausländer- Feindlichkeitsschiene" immer wieder hochgekocht. Das ist nervend und beschämend. Und diffamierend.

Das der Mandant aber jetzt sogar das Rechtssystem der Bundesrepublik in Frage stellt, ist eine Frechheit.

Das er ankündigt "nach Straßburg zum Menschengerichtshof" zu gehen... soll er doch... . Wahrscheinlich wird er die erste Antwort nach ca. 10 Jahren bekommen.

Für den Tatvorwurf würde jeder Deutsche genauso in Haft sitzen.

Immerhin geht es um den Vorwurf des schweren Raub mit vier Tätern. Also als Bande.

Das Opfer hat den Mandanten als Hauptakteur erkannt - so jedenfalls steht es in der Akte.

Und bei dieser Sachlage würde jeder sitzen.

Egal ob schwarz, weiß, grün oder gelb. Egal ob deutsch, französisch, arabisch oder sonst was.

So ist es bei uns im Rechtssystem und vermutlich auch ähnlich in anderen Staaten mit romanischen Rechtswurzeln.

Der Richter kann sich schon jetzt auf einen sehr sehr anstrengenden Angeklagten freuen.
Das dies für die Verteidigung suboptimal ist, ist klar.

Aber wer nicht hören will, wird sehen wie das Gericht auf solche Vorwürfe reagiert ... .