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Donnerstag, 24. Januar 2013

Ein Steuerberater der keiner ist.

Solche Fälle gibt es sicherlich häufig.
Bei Steuerberatern, bei Ärzten und natürlich auch bei Anwälten.

Es ging um einen Steuerberater, der keiner ist.
Der vermeintlich kluge Mensch hatte eine Firma angemeldet und originäre Steuerberatertätigkeiten ausgeübt und meinen Mandanten über Jahre in Rechnung gestellt.

Bis ich auf die Sache aufmerksam wurde und zu rechtlichen Schritten geraten hatte.

Denn der vermeintlich kluge Mensch war "nur" so eine Art Finanzbuchhalter, der sich in Selbstüberschätzung offenbar zu höherem berufen fühlt.

Also schnell ein Unternehmen gegründet und Steuerberatertätigkeiten ausgeführt und nach der Gebührenverordnung für Steuerberater abgerechnet.

Die Dunkelziffer der Kunden ist noch unbekannt; der Schaden wohl immens.

Jedenfalls zahlt der Mandant über Jahre brav in dem Vertrauen, Herr kluger Mensch sei tatsächlich ein Steuerberater.
Welcher Kunde fragt schon bei der Steuerberaterkammer nach.

Irgendwann wurde die Sache dem klugen Menschen wohl zu gefährlich und er gründete eine Firma in Spanien die dann in Deutschland Steuerberatertätigkeiten ausführen soll. Denn in Spanien müsste man wohl kein Steuerberater sein. Und Dienstleistungsexport ? Eine nette Idee, immer schön von einem Anwalt begleitet, der keine Bedenken sah.

Ich könnte lange schreiben. Jedenfalls stellte ich fest, dass der kluge Mensch kein Steuerberater ist.

Daher haben wir die Leistungen der ersten Jahre zurückgefordert, nachdem alles wegen Arglist angefochten wurde.

Der kluge Mensch erkennt die Existenzbedrohung ob der Klage und seiner Folgen; wehrt sich mit dem Anwalt seines Vertrauens und verliert die erste Instanz.

Klar, die Berufung kommt.
Beim Oberlandesgericht. Aber auch hier bekommt der kluge Mensch eine klare Abfuhr.

Wer kein Steuerberater ist, dürfte nicht als Steuerberater abrechnen. Ohne wenn und aber.

Daher ist das Vertragsverhältnis nichtig und meine Mandanten bekommen alles was je gezahlt wurde, zurück.

Da nahm selbst der kluge Mensch die Berufung zurück und harrt wohl nun darauf, dass die nächsten Nachforderungen gestellt werden. ...

Des einen Freud, des anderen Leid.