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Dienstag, 9. Oktober 2012

wir glauben alles

Heute fing die erste Strafverhandlung mal mit einer BTM - Drogensache - an. Die Angeklagte / Mandantin soll angeblich dreimal Drogen gekauft haben.
Sie hat sich nicht eingelassen, also hören wir die Zeugen. Der angebliche Verkäufer war in der Verhandlung offensichtlich verblüfft ob der Vorwürfe und bestritt der Angeklagten je Drogen verkauft zu haben. Gemeinsamer Konsum ja. Aber Verkauf ? Nein.

Da der Schlauberger, der die belastende Aussage gemacht hatte nicht kam (obwohl er als Zeuge geladen worden war) wurde er jetzt ausgeschrieben und die Verhandlung bis dahin eingestellt.

Denn der Schlauberger - Zeuge ist auf der Flucht... . Na super, Zeuge. Aber in Anbetracht dessen, dass der Schlauberger Zeuge nach einem Bruch festgenommen wurde und nur wieder freigelassen wurde, weil er sagte "ich weiß was", ist mir klar, dass das nur Storys sind.

Aber die Cops stehen ja drauf, dass irgendwelche Idioten irgendwelche Schwachsinns Geschichten erzählen und andere verzinken.

Das hat mir Gerechtigkeit nichts zu tun. Ein guter Verräter ist immer gern bei den Strafverfolgungsbehörden gesehen. Auch wenn er Unfug erzählt, wird ihm geglaubt und nur allzuschnell wird darauf ein Urteil gestützt.

Bis mal ein Staatsanwalt oder Richter selbst erleben darf, wie es ist falsch bezichtigt zu werden. Aber solche Dinge werden ja schnell eingestellt.

Tolle Gerechtigkeit.

So hat auch heute mein Mandant in einer anderen Drogensache vor dem Landgericht neun Jahre Freiheitsstrafe eingefangen.

Verzinkt von seinem eigenen Sohn und seiner Liebschaft. Diese hatte sogar offen in der Verhandlung gesagt, den Angeklagten (mit dem sie auch öfters im Bett gewesen war) zu hassen und sich zu wünschen ihm im Kittchen zu sehen.

Aber hey, dafür bekommen Zeugen den Dank der Justiz wie vorliegend den Eintritt ins Zeugenschutzprogramm.

Dann wird den Zeugen auch mal schnell so jede Story geglaubt und auf dieser Grundlage verurteilt.

Allein die Story, dass man für Euro 30.000,00 insgesamt sechs KG reines Koks bekommt und die Zeugen Sohn und Liebschaft das bei dem Angeklagten gesehen haben wollen, ist schlicht lebensfremd.

Jeder der sich mit den Preisen auskennt, hätte lachen müssen. Aber unsere liebe Justiz nimmt das als wahre Angabe hin... . Schade, dass nicht einmal die Cops von der Straße dann einlenken und bestätigen, dass es solche Dupingpreise auf dem Markt einfach nicht gibt.

Aber egal. Schuldig gesprochen und nun auf die Urteilsgründe warten... .

Dem Rechtsmittel sei Dank.