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Mittwoch, 5. September 2012

Kollege Flitzpiepe

Lange nicht gebloggt.
Ich neige mein Haupt und hämmere was rein, was die letzte Zeit noch in Erinnerung blieb.

Da war die Strafverteidigung vor einem Amtsgericht.
 Ich der Verteidiger; das Opfer mit Nebenklageanwalt.

Mein Mandant stand unter zweifacher Bewährung und da hieß es maximale Freundlichkeit und Kooperation.

Also den Nebenklagevertreter geschnappt und einen Täter Opfer Ausgleich formuliert. Und gleich bar € 500,00 angeboten, als Anzahlung für das Schmerzensgeld.

Ich schreibe also den Vergleichstext, dass  mit der Gesamtzahlung von xy Euronen keine Forderungen mehr gestellt werden.

Der Kollege bekommt die Abschrift und geht das mit seinem Mandanten durch. Keine Einwände. Ich bekomme den Vergleich unterzeichnet zurück.

Die Sitzung geht weiter und ich lese für das Protokoll den TOA Vergleich vor.

Da sagt doch der Kollege

"Damit bin ich nicht einverstanden".

Ich

"Wie bitte ? Sie selbst haben den Vergleich mit genau dem vorgelesenen Text vor zwei Minuten unterzeichnet.".

Kollege:

"Mag sein, aber ich konnte ihre Schrift nicht lesen".

Ich

"Wie bitte ? aöldfjqaetuqeiuagjqserljtöxkldgj (wütende Worte)" und einstellende Fassungslosigkeit.

Unfassbar.
Bespricht Kollege das mit seinem Mandanten, und unterschreibt dann etwas, was er nicht lesen konnte ?

Mir fehlen noch immer die Worte.

... aber letztlich hatten wir noch mal Bewährung bekommen und alle waren froh.