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Dienstag, 17. Juli 2012

Lügende Zeugen sind anstrengend

Heute mal wieder den ganzen Tag an einer Strafkammer gesessen.

Es war eine Fortsetzungsverhandlung in einem Verfahren wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz und gefährlicher Körperverletzung.

Schön, wenn Zeugen von der Polizei gleich im Zeugenschutzprogramm aufgenommen und hofiert werden.

Hinterfragt eigentlich niemand, was solche Zeugen für einen Hintergrund haben ?

Ich meine:
Wenn die Zeugen dann schon "aus Sicherheitsaspekten" deren Adresse nicht angeben wollen, ist das verständlich.

Wenn aber die Adresse der Zeugin via Social Network leicht zu ermitteln ist (selbst für Verteidiger) ist das schon dämlich.

Aber egal. Das aber eine Zeugin dann auf eine ganz banale Frage

"Ist der ABC ihr Freund?" mit "Nein" antwortet,

dieser Freund in seiner Vernehmung aber seine Liebe vor Gericht wiedergab und sagte man sein ein Paar, ist dies eine Nachfrage wert.

Und siehe da. Die Zeugin räumte ein, gelogen zu haben. Aber es sei ja nicht wichtig gewesen.

Hallo ?

Beurteilen das jetzt schon Zeugen ?
Ich glaube ich spinne und mein Blutdruck ließ mich dem Ausrasten nahe kommen... .
Wo kommen wir denn da hin ?

Also macht die Kammer eine Pause und ich kann mich wieder abregen. 

Und selbst der mit dem Finger um Nachsicht bemühte Zeugenbeistand, der fortwährend mit dem Finger schnippste und was sagen wollte (aber mangels Verfahrensbeteiligung nicht durfte, ha !), konnte nicht helfen.

Aber nur kurz.

Denn durch Fragen wurde klar, dass wichtige Punkte zur Tat und was die Zeugin weiß bzw. gesehen haben will, erst in deren Aussage vor Gericht auftauchte (und ganz nebenbei dem Angeklagten noch einen Vergewaltigung anlasteten sucht für die sie aber vorher bezahlt worden sei ... )
und dann (auf die Frage, warum das nicht im Protokoll der Polizei steht) mit Vehemenz behauptet das alles bei der Polizei genauso gesagt zu haben, ist schon allerhand.

Also hat die Polizei den Fehler gemacht. ...

Oder aber ihr sei es erst jetzt eingefallen .... .


Dumm nur, dass die Zeugin (als Kronzeugin der Anklage) vorher immer wieder stereotyp bekundete, dass ihre Erinnerung damals vor einem Jahr besser als jetzt gewesen sei.

Und das ihr dann erst jetzt ganz wichtige Punkte wieder einfallen (Punkte die gewichtig sind und man eigentlich nicht vergisst), ist für mich ein klares Indiz für die bekundete Unwahrheit.

Und das sie lügt, hatte sie ja selbst schon eingeräumt.

Wetten, die Staatsanwaltschaft leitet kein Verfahren wegen uneidlicher Falschaussage ein ?

Ist ja die liebe, nette Zeugenschutzprogramm / Kronzeugin ... .

Ich lache mich kaputt und bin jetzt agro und muss hier raus... .

Bitte um Nachsicht.