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Freitag, 6. Juli 2012

Der Bademeister und das Handy


Ein heißer Tag über Deutschland. 

Die Kinder spielen, die Eltern schwitzen. 
Dann ist klar. Es kommt wie es kommen musste. 

Ab ins Schwimmbad. 

Gesagt getan. Die Kinder gepackt und ab ins Freibad in einer Stadt die überall liegen könnte. 

Die Kinder freuten sich und waren auch sogleich vom Schwimmfieber gepackt. 
Die Eltern verblieben auf der Liegewiese ob des Umstandes, dass es ja einen Bademeister gab der den Schwimmbereich im Auge hatte. 

So fing es an. 
Dann die Tragik. Ein Kind von acht Jahren wurde im Gerangel mit anderen Kindern im Pool so ungünstig getroffen, dass es sich ein sog. blaues Auge einfing. 
Das Kind selbst hatte nicht gerangelt, sondern stand zur falschen Zeit am falschen Ort und wurde von den Raufbolden einfach getroffen. Es ging schnell; vermutlich aber mit einem Ellenbogen voll ins Gesicht. 

Das Kind schreit vor Schmerz und die Übeltäter - Kinder sind schnell verduftet und waren nicht mehr gesehen. 

Die Eltern des Kindes sind ob der Verletzungen des Kindes stinksauer und erstatten Strafanzeige gegen den BADEMEISTER.

Denn dieser hätte zwar am Pool gestanden. Gleichwohl machten die Eltern auch aus, dass er immer mit seinem EiPhone rumspielte. 
Daher die Mutmaßung:

Hätte der Bademeister seiner Aufsichtspflicht genügt, wäre es nicht zu dem Gerangel und somit auch nicht zu der Verletzung gekommen. 

Herr Staatsanwalt klagt schnell an; das Gericht eröffnet ebenso schnell wegen dem Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung.

Das Gericht war zwar wie ich der Meinung, dass auch ein Bademeister nicht immer alle Stellen eines großen Pools im Auge haben kann. Hier könnte ihm kein Vorwurf gemacht werden. Im Gegenteil läge ein Organisationsverschulden der Stadt (es war ein städtisches Bad) vor, da nicht genug "Aufpasser" eingesetzt worden waren. 

Aber das ein Bademeister - zeugenschaftlich belegt - mit einem Handy seinen Dienst versieht, war für das Gericht nicht mehr verständlich. Und ich muss sagen, da hatte Herr Vorsitzender Recht. 

Wenn ein Bademeister es für wichtiger erachtet, seine "Lunge, das EiPhone" während dem Dienst zu versehen, anzubeten und zu nutzen, ist das fahrlässig. 

Denn hierdurch war er ohne jeglichen Zweifel abgelenkt (ein Zeuge sah in gar telefonierend auf seinem Ausguck) und handelte somit fahrlässig. 

Daher wurde er verurteilt. 

Drum merke:

Allgemein bekannt ist das Telefonieren am Steuer verboten, da es ablenkt. 
Derjenige, der nicht wegen wichtiger Tätigkeiten nicht abgelenkt werden sollte, sollte sein Handy nicht mitnehmen… . 

Es ist halt auch in Freibädern nicht immer Eitel Sonnenschein.