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Dienstag, 12. Juni 2012

Das Fahrrad auf dem Rücken

Gestern war die Strafverhandlung bemerkenswert. Komisch. So komisch sogar, dass Frau Vorsitzende schnell die Sitzung unterbrechen musste um nicht laut los zu lachen.

Das macht selbst eine Richterin ob dieser menschlichen Verhaltensweise wirklich sympathisch.

Aber warum lachte Frau Richterin ?

Nun ja. Dem Angeklagten war ein Diebstahl vorgeworfen worden. Diebstahl eines Fahrrades. Der Angeklagte bestreitet. Nein. Er hätte das Fahrrad vor zwei Tagen schon in einer Wiese liegen sehen. Also sei er hin und habe das Rad mitgenommen.

Und da es mit einem Abus - Sicherheitsschloss abgesperrt gewesen war, trug er es auf dem Rücken durch die Stadt.

Klar, das war anstrengend und eine Stärkung musste her. Also ging der Angeklagte in die nächste Kneipe und bestellte ein paar Bier. Als es zum Bezahlen ging, wollte er das - verschlossene - Rad einlösen.

Der Wirt rief die Polizei und die gab das Rad an den Berechtigten zurück, der schon eine Diebstahlsanzeige aufgegeben hatte, da sein Rad binnen einer Stunde seit dem Abstellen vor seinem Haus abhanden gekommen sei.

Nun gut. Der Angeklagte beharrte auf seine Version, die nicht wirklich tragfähig war. Aber das Gericht kam ihm entgegen und er wurde wegen (Fund-) Unterschlagung verurteilt.

Denn selbst seiner Einlassung nach war es das.

Merke:

Wer ein verschlossenes Fahrrad durch die Stadt trägt und keine Schlüssel für das Schloss hat, macht sich verdächtig.

Sehr verdächtig.