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Montag, 25. Juni 2012

Dann halt sechs Jahre und 16 Grad mit der BILD

Das die Italiener gegen die Engländer - oder umgekehrt - gestern so lange gebraucht hatten, bis die ein Tor machten, rächte sich heute.

Ich hatte den Eindruck, dass mir jedes Gegenüber von Müdigkeit geprägt war.

Dann war ich nach einem Trip auf der Autobahn mal in der WM Stadt Kaiserslautern bei Gericht.
Draußen war es heute so lala, aber der Sommer war zu riechen.

Bis ich in den Gerichtssaal kam.
Die fürsorgliche Protokollführerin hatte schon ein Thermometer aufgestellt und mich mit den Worten empfangen

"Regen Sie sich bitte nicht auf. Auch uns ist zu kalt".

Aha. "Warum ?"

"16 Grad zeigt das Thermometer. Die Klimaanlage des gesamten Justizgebäudes ist nicht einstellbar. Entweder überall kalt oder überall warm. Und da morgen wieder der Totschlag - Rocker - Prozess mit vielen Zuschauern läuft, ist es kalt".

Und das war es wirklich. Eisig kalt.
Aber Frau Vorsitzende war taff und wechselte schnell die Sitzung einen einen Raum, der von der Klimaanlage abgekapselt ist.

Gut so. Da konnte sich auch der inhaftierte, Muskelshirt - Tragende - Angeklagte ohne Frostbeulen verurteilen lassen.

Dann weiter zum Landgericht ins Saarland. Wo wohl. Klar. Saarbrücken.

Der Kindesmissbrauch endete mit der Urteilsverkündung. Und siehe da: der Angeklagte wurde "nur" in zwei Fällen anstatt in acht Fällen für schuldig erklärt.

Überwiegender Freispruch.

Aber die "Freude" (?) ob dieses Erfolges des Rechts verpuffte ob des Strafmaßes von immerhin sechs Jahren Freiheitsstrafe.

Da rief dann noch die BILD an und fragte nach; die hätte das Urteil nicht verstanden. Aha. Was denn ?

"Der Richter sagte doch Freispruch und sechs Jahre. Liegen wir richtig, wenn wir sagen, dass die sechs Jahre Freiheitsstrafe in FREIHEIT verbüßt werden, da der Richter ja was von Freiheitsstrafe sagte ?"

Ich musste mir ein Lachen ernsthaft verkneifen, wies die Dame aber darauf hin, dass ich keine Lust habe am Telefon mit ihr Grundverständnisses des Strafverfahrensrechts nebst den Begriffserklärungen durchzukauen.

Sie freute sich auch, dass ich ihr sagte, wenn Sie meine, dass eine Freiheitsstrafe hieße, dass diese vom Wort her in Freiheit verbüßt (?) werden müsse, wäre das für mich völlig ok.

Ich hatte echt keine Lust auf weitere Erklärungen.

Mal sehen, was  morgen in der BILD hierzu steht. Vielleicht sollten die lieber ein paar Euros für eine anwaltliche Beratung zu Grundbegriffen ausgeben... .

Aber nicht mein Problem.
Und auch nicht das Problem des Mandanten.

Daher Ende für heute.

Nachtrag am 27.06.12:

Entwarnung. Die nette Dame von der BILD hat sich wohl doch beraten lassen. Der Artikel war inhaltlich wider dem Telefonat und damit RICHTIG. Glückwunsch.