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Mittwoch, 2. Mai 2012

Ich bin Anwalt und habe Angst vor Handys

Ich mache ja wirklich wenig Familiensachen.

Nur, wenn ich eben in der Kanzlei einspringen muss.

Und heute war so ein Einsatz. Ich bin es ja gewohnt, dass mir in Strafsachen oft die Worte fehlen.

Aber heute hat mich der Kollege der Gegenseite fassungslos gemacht.
Es ging darum, dass sich mein Mandant bei der Kindesmutter beschwerte, sie würde am Telefon immer sofort auflegen wenn er - mein Mandant / Kindesvater - anruft. Es geht halt um Umgang mit Kindern.

OK. Ich überlege mir eine weise Lösung.

Und die war:

Mein Mandant stellt den Kindern ein Handy zur Verfügung, auf welchem er dann zu bestimmten Zeiten anruft.

Und wenn es dann klingelt, weiß die Kindesmutter ja "Hey, das ist der Erzeuger. Kinder geht ran".

Und während des Umganges sollten die Kinder das Handy mitnehmen, damit Mama anrufen kann.

Ich fand meine Lösung toll.

Aber der Kollege der Gegenpartei nicht. Mir fehlten bei seinen Worten (kurz) die Worte. Er sagte sinngemäß

"Ein Handy für Kinder ? 
Nein, das geht da ja gar nicht. 
Wissen Sie, Herr Kollege, nicht wie gefährlich Handystrahlungen sind ? 
Das ist sogar von der Weltgesundheitsorganisation bestätigt."

Boohaaa.

So antiquiert möchte ich nie sein.
Die Kinder sind übrigens sieben und 13 Jahre alt.

Nachdem ich mich von diesem Weltanschauungsschock erholt hatte, konterte ich. Und wir schlossen einen Vergleich.

Natürlich stellt der Vater das Handy und die Kinder gehen ran.

Die Worte des Kollegen hat wohl selbst das Gericht nicht sonderlich ernst genommen... .