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Samstag, 5. Mai 2012

Haft. Sinn oder Unsinn ?

Wochenend und Sonnenschein.

Das Lied kennen wir alle. Nur vergessen wir schnell, dass nicht für alle Menschen in unserer Bundesrepublik just in diesem Augenblick Sonnenschein herrscht.

Zeit, hierzu ein paar Gedanken zu bloggen.
Klar, dass es viel mehr Elend auf der gesamten Welt gibt, aber ich konzentriere mich auf unsere Republik.

Unser Strafsystem ist m.E. antiquiert.
Die Verhängung von Freiheitsstrafen werden qua Gesetz bei Verbrechen, Wiederholungstätern etc. verhängt.

Die Akten sind geschlossen. Das Gericht hat seine Pflicht getan.
Einzelschicksale spielen bei der Strafverhängung nur eine untergeordnete Rolle.

Ich rede von den Fällen, in denen es eben keine Bewährung mehr gibt oder geben kann.

Einzelschicksale.
Familienväter oder Mütter werden aus dem Verbund gerissen. Dies hat oft zur Folge, dass das Familieneinkommen wegfällt und der verbliebene "Rest" der Familie zum Sozialfall - Hartz IV - wird.

Dies nimmt die Gesellschaft hin. Klar. Das Geld kommt nicht merkbar von Vater Staat.

Die Inhaftierten haben dann mehr oder weniger angemessene Zellen mit 24 Stundenbewachung, Zimmerservice und Kabel TV.

Das jeweilige Einkommen ist meist so gering, als das gerade der Mietfernseher bezahlt werden kann.

Ansonsten zahlt wieder der Steuerzahler die Unterbringung. Und die Kosten sind immens. Immerhin sind ja auch die Kosten der Bediensteten etc. hinzuzuaddieren.

Ich meine, es bedarf einer dringenden Reform unseres Strafgesetzbuches.

In Fällen, in denen keine körperliche Gewalt angewendet wurde, es sich also "nur" um Vermögensschäden handelt (viele Geschädigten sind eh rückversichert und über die Prämien zahlt das der Depp - Steuerzahler eh wieder) ... ist da eine Haftunterbringung notwendig ?

Werden erwachsene Täter aus dem Bereich der Vermögensdelikte resozialisiert ?

Nein. Sicher nicht. Ich mache den Job schon sehr lange. Aber das wirklich an einer Resozialisierung gearbeitet wurde, habe ich noch nie erlebt.

Im Gegenteil stellt sich der Strafvollzug für viele als reiner Verwahrvollzug dar.

Wenn es aber in der Praxis (ich meine die Praxis und nicht die Thesen der volksverdummenden Theoretiker) ein Erwachsener Mensch sich sowieso nicht ändert, warum verbraten wir dann zig Millionen für deren Strafvollzug.

Ich meine, dass in solchen Fällen das Modell der sog. Fußfessel dringend ausgeweitet und in der Praxis genutzt werden muss.

Wenn Väter deren Job weiter ausführen können und damit zum Familienunterhalt beitragen, sollte das "dem Volk" (was immer man darunter versteht) mehr als Recht sein.

Wenn die Fußfessel dann so eingestellt ist, dass der Täter seinem Job nachgehen kann und sich in einem bestimmten Radius bewegt, sollte das doch funktionieren.

Und wenn der Radius überschritten wird, könnte die Fußfessel ja "explodieren". Das sollte Abschreckung genug sein, sich an die Regeln zu halten (ich hoffe  mal, dass es keine technischen Defekte gibt...).

Unsere Praxis ist eingefahren und wir sind zu müde etwas zu ändern.

Unsere Politiker ändern eh nichts. Gewählt ist gewählt und deren Einkommen ist gesichert. Daher wird sich nie jemand für Straftäter einsetzen.

Das sind so ein paar Wochenendgedanken.

So, jetzt kann es wieder wüste Kommentare hageln.

Oder konstruktive Kritik. Würde mich freuen. Gerne über G+... .