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Freitag, 9. März 2012

Wenn Richter Anwälte nicht verstehen.

So ein Wochenrückblick hat was. Wenn ich schon nicht jeden Tag zum Bloggen komme, nehme ich mir jetzt einfach mal ein paar Minuten.

Für die Öffentlichkeit und wider meiner Erinnerung.

Es war bzw. ist ein netter, kleiner Ort in der Pfalz. Schöffengericht. Strafsache. Es geht um ein Sexualdelikt. Der Angeklagte ist nicht geständig und bestreitet die Tat begangen zu haben.

Nichts besonders also. Aber in Erinnerung blieben mir die Worte des Richters in der Urteilsbegründung:

"Herr xy, Sie sind ein Charakterschwein!"

Das kracht und wäre der Richter nicht so nett gewesen - zumindest vorher - wäre ich wohl explodiert. Damit ist meines Erachtens jegliche Form verlassen. Auch ist das nicht gerade förderlich.
Denn der Respekt des Angeklagten dem Gericht gegenüber wechselte sofort in Miss- und Verachtung.

Und da wundern wir uns, dass Angeklagte im Gerichtssaal um sich schießen ?

Wenn ich einen Hund in die Ecke treibe, beißt er. Und bei Angeklagten kann das auch geschehen.

Überflüssige Stimmungsmache.

Dann war da noch eine Verhandlung wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz. Der Mandant ist vielfach vorbestraft. Aber seit zwei Jahren kam nichts mehr dazu.
Dumm nur, dass während einer Hausdurchsuchung wegen Drogen ein Schlagring gefunden wurde.

Aber auch das konnte ich gut hinbiegen. Anstatt der von der Staatsanwaltschaft beantragten Freiheitsstrafe ging das noch  mal mit einer geringen Geldstrafe aus.

Und wir haben die große Hoffnung, dass die noch laufende Bewährung  nicht widerrufen werden wird.

Noch eine weitere Verhandlung wegen des Verdachts des Drogenhandels.
Bezichtigt von einer Person als einziger Belastungszeuge. Das der dann noch in der Zeugenvernahme sagte er hätte die Anzeige aus "Gerechtigkeitsempfinden und Rache" gemacht, ist schon allerhand.

Aber die Verhandlung geht weiter.

Dann noch der übliche Wahnsinn mit zig neuen Mandaten und heute zum Abschluss noch einen Freispruch kassiert.

Das war lustig.
Bei einer dem Drogenhandel verdächtigen Person wird durchsucht.
Die Polizei findet eine Pistole. Echt.
Auf die Frage ob die Pistole ihm sei, sagt der Gute:

Nein. Die hat ein Kumpel bei mir vor vier Wochen vergessen. 

Klar, denn sonst wäre es ja ein bewaffneter Drogenhandel gewesen ... .

Also nimmt die Staatsanwaltschaft diesen einen Satz zur Veranlassung Anklage zu erheben.

Der Zeuge widerspricht sich - wie so häufig, wenn gelogen wird - in seiner Vernehmung beim Richter zu der bei der Polizei. Den hatte ich schön ins Verhör genommen.

Fazit: 
Die Aussage ist  nicht glaubhaft. Meine Verteidigung war erfolgreich und der FREISPRUCH wurde sogar (das ist selten genug) von der Staatsanwaltschaft beantragt.

Dann können wir jetzt ins Wochenende gehen.



Ach ja. Grammatikalische Fehler und Rechtschreibefehler sind bewusst zur Aufmerksamkeitsprüfung eingebaut.