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Montag, 27. Februar 2012

Vom Büro direkt zur Kripo. Das Ende einer Beschäftigung

Da gibt es diese altklugen Sätze wie "Gier frisst Hirn".
Aber hinter solchen kurzen Phrasen verbirgt sich oft viel Weisheit.

Und heute dürfte eine Sekretärin, deren ehemaliger Chef und Geschäftsführer als auch deren Steuerberater eine - gelinde gesagt - unruhige Nacht haben.

Was ist geschehen ?

Mein Mandant.
Geschäftsmann auf seiner saarländischen Stadt.
Immer unterwegs und umtriebig um weitere Geschäfte erschließen und Geschäftsideen zu verwirklichen.

Und so kam es, das der Mandant Anfang 2012 eine GmbH in Saarbrücken mitsamt dem interessanten Kundenstamm für einen sechsstelligen Betrag kaufte.

Klar, dass dem ehemaligen Geschäftsführer ein Wettbewerbsverbot auferlegt wurde.
Sollte eigentlich ja kein Problem sein.
Immerhin wurde die Sekretärin ja weiterbeschäftigt. Sie sicherte immer Loyalität zu.

Und als der Kaufpreis geflossen war, fing es an.
Stammkunden die sonst immer viele Umsätze generierten meldeten sich nicht mehr. Aufträge fielen weg und der Käufer bemerkte, dass der ehemalige Geschäftsführer in seiner Garage ganz offenbar so umfangreich Betriebsmittel der GmbH hortete, das er sofort als Konkurrent am Markt auftreten kann.

Und als der ehemalige Geschäftsführer dann bei seinem "Kumpel" in einer Halle erschien und hiernach - was ein Zufall - ein Produkt wie es ihm durch den Konkurrenzschutz untersagt ist, herausfuhr, war klar.

Hier läuft etwas ganz ganz Übles. Der Verdacht war geboren; Fallen wurden ausgelegt.

Es war klar, dass die Schaltstelle des ehemaligen Geschäftsführers seine Sekretärin war.
Diese versuchte zwar immer loyal aufzutreten.

Aber kleine Fehler wurden bemerkt und bald war klar, dass die Dame mit ihrem Alt - Chef unter einer Decke steckt.

Die in Abstimmung mit der Kripo ausgelegten Fallen wurden nicht entdeckt.
Wer lügt, widerspricht sich. 


Toll, dass dann als Irrläufer Schreiben / Rechnungen auftauchten, die beweisen, dass betrogen werden soll bzw. wird.

Also checken wir die Rechtsprechung die eine gewisse Überwachung durch Bild und Ton rechtfertigt. Aber egal. Die Kripo hat richterliche Beschlüsse die das genehmigen.

Also brauchen wir keine Bürger - Rechtsprechung mehr. Los gehts.

Schließlich geht es um einen groß angelegten Betrug.

Schnell ist alles vom Team des LKA verkabelt. Die Beweissicherung steht an.

Und siehe da:

Wie bei jedem Lauschangriff ist ein wenig Geduld gefordert, die sich aber bezahlt macht. 

Auf den Tonprotokollen der Telefonate ist eindeutig zu hören:

Frau Sekretärin ruft ihren Steuerberater an und erbittet seinen Rat wie diese krank feiern soll. Ob Sie auf Psyche machen soll... . Nein. Der Steuerberater rät zur Bandscheibe.

Und tatsächlich kam der Bandscheiben - Krankenschein.

Na na, Herr Steuerberater. Sowas geht doch nicht... . Gotcha.

Das Frau Sekretärin dann aber am Telefon mit ihrem Steuerberater ausheckt, wie eine neue Firma mit dem ehemaligen Geschäftsführer betrieben werden kann, ohne dass man eine Beteiligung nachweisen kann, ist schon allerhand.

Alle Einzelheiten werden besprochen.

Und da Herr Steuerberater ob des Wettbewerbsverbotes wusste, ist klar, dass er mit drinhängt und aktiv den Betrug beratend betreut.

Also wurde Frau Sekretärin heute fristlos gefeuert; Hausverbot wurde erteilt.

Sie ginste und konnte mit der Vorschrift des § 17 UWG nichts anfangen.

Noch nicht.
Denn die Polizei war von Anfang an eingeweiht und hat die Überwachung mit richterlicher Genehmigung installiert.

Ätsch.

Also steht fest:
Firma für 6-stelligen Betrag verkaufen, Kunden umleiten in neue Firma, Kunden pflegen, auf die Insolvenz der Firma mangels Umsatz warten und für umme wieder die alte Firma nach der Insolvenz weiterführen.

Hätte sich gelohnt.

Aber wer zuletzt lacht, lacht am Besten.

Meinem Mandanten fiel es reichlich schwer in den letzten Wochen auf nett zu spielen.
Aber heute lacht er.

Denn er weiß, das nun die Kripo die Beweise hat um die die Täter deren gerechter Strafe zuzuführen.

Da wurde jemand wohl massiv unterschätzt... . .


Meine liebe Frau Sekretärin, ich weiß von Ihnen, dass Sie meinen Blog immer lesen.
Ja. Geanu Sie sind gemeint. Dieser Post ist Ihnen gewidmet.

Ganz allein.

Die Karte hat sich gewendet; Sie werden in der nächsten Zeit den Trip ihres Lebens erfahren.

Gruß übrigens von ihrem "bis - heute - Chef".

Er läßt ausrichten, dass er Sie das nächste mal wohl vor Gericht treffen wird. Als Angeklagte vermutlich.