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Sonntag, 19. Februar 2012

juristischer Karneval und Boa Bea

Na ja. Karneval ist nicht so mein Ding.

Und irgendwie habe ich den Eindruck, dass mehr die Angestellten der Gerichte Karneval feiern als Richter, Staatsanwälte oder auch Anwälte.

Woran das liegt ?

Meine These ist, dass wir das ganze Jahr über Verkleidungen nutzen und zig Kappensitzungen durchleben.
Da brauchen wir doch keinen Karneval als "verordnete Massenfröhlichkeit"...  .

Wir als Robenträger können unseren Job doch nur durch eine Grund - Fröhlichkeit im Alltag bewerkstelligen. Jedenfalls sollten wir uns entsprechend bemühen.
Obwohl es auch ausreichend Kollegen gibt, die zu Lachen in den Keller gehen.

Jedem das seine.

Da haben wir jedenfalls in der fünften Jahreszeit ein wenig Zeit zum Kraftsammeln für die nächsten Wochen.

Schade, dass Kollege Thomas von seiner Boa Bea gebissen wurde. ...

Aber "hey", Thomas, sei froh, dass die nicht giftig war bzw. ist
Schlimmer geht's immer. Und wenn Du meinst Dir solche Viecher halten zu müssen, ist das Risiko wohl vorprogrammiert.

Dann hatte ich diese Woche noch ne nette Verhandlung wegen einer Schlägerei.
Interessant war hier, dass die Opferfraktion aus der Gruppe der sog. Huddelmacher kommt.

Also habe ich das mal gegooglt; "Huddelmacher". Und siehe da es kommt eine Homepage, die schon fast Anlass für Ermittlungen der Staatsanwaltschaft geben sollte.
Dachte ich jedenfalls und hatte die Staatsanwaltschaft auf die Homepage schon im Ermittlungsverfahren hingewiesen.

Sind die Waffen echt ? Wurde gar eine kriminelle Vereinigung gegründet und beworben ?

Was also macht die Ermittlungsgewalt?
Richtig. Nix.

Jedenfalls fand der Richter im Haupttermin meine Bedenken als berechtigt und hat dann die Zeugen mal zackig von der Polizei durchsuchen lassen.

Und siehe da:
Ein Pfefferspray wurde gefunden, bei einem Zeugen, der seinen Angaben nach mit Gewalt nichts zu tun hat.

Egal. Viel verhandelt und später zur Vermeidung eines Freispruches nach 153 eingestellt.

Nett, dass die Landeskasse auch die notwendigen Auslagen - Verteidigerkosten - zahlt.

Sonst hätte ich nicht mitgemacht und wäre durch die Instanzen bis zu einem Freispruch gegangen.

Mandant zufrieden; Akte zu.
Dann noch weitere Verhandlungen, die alle gut liefen. Und eine Anhörung in der Forensik. Der Mandanten hatte seiner Frau den Kopf mit einem Schrotgewehr weggeblasen. Den Tatort hatte ich mir selbst angesehen.
Und das Gehirn so streut, hätte ich nicht gedacht.
Er wird wohl noch weiter Geduld haben.


Also lege ich mich auf die Couch und warte auf die nächsten Anrufe von Mandanten.
Karneval ist immer eine Garantie dafür, dass spätestens nach Aschermittwoch massig Neumandate eintrudeln.