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Mittwoch, 29. Februar 2012

Die gerichtliche Rockerangst. Und keiner war da!

Heute fing ein recht großer Prozess an einer Strafkammer an.

Der Tatvorwurf gegenüber den drei Angeklagten.

Einfuhrschmuggel von BTM in nicht geringen Mengen als BANDE.
Upps.

Das ist schon von der Strafandrohung massiv.

In den Ermittlungen hat ein schlauer LKA Beamter einem Angeklagten die Mitgliedschaft in einem Rocker MC angedichtet.

Tatsächlich ist aber nur ein Angeklagter Mitglied eines Rocker MC. Aber egal. Die Ermittlungsgruppe heißt dann mal schnell "Rocker".

Das passt immer und hat immer Raum für mehr. Schließlich sind die 1 %er in den Augen der Staatsgewalt immer übel und böse.

Aber egal.
Ich schlendere über den Gehweg zum Gerichtsgebäude und muss schon dort lachen.
Überall Beamte in Zivil. Und ein paar in Uniform.

Auch die Jungs vom SEK sind zahlreich vertreten. Sicherheitkontrollen, wie man sie nur selten hat.

Ich frage mich nur warum.

Heute war nur die Anklage zu verlesen.

Zuschauer waren keine für die Sache gekommen. Da hat die Staatsgewalt wohl unberechtigt viel Angst und Befürchtungen gehabt.

Warum fragt mich niemand ? Mir war klar, ich wusste es sogar, dass niemand vom Club kommen wird.

Es ist nämlich entgegen der Annahme des LKA keine Club - Sache !

Aber ihr Jungs vom LKA, wartet mal ab. Ich habe schon einige Beweisanträge vorbereitet.

Da werden die offensichtlichen Lücken in der Ermittlungsakte wohl noch zu füllen sein.

Ein Hauptzeuge will noch im Rahmen der Videovernehmung aussagen. Er hat Angst vor Enttarnung und - klar - nach Aussage des Zeugenbeistand Angst vor den Rockern (so in aller Pauschalität).

Hallo ? Gehts noch ?

Der Junge - der Hauptzeuge - war auf zig MC Partys Dauergast und kennt alles was im MC rein- und rausging.

Denn er ist der Sohn des Hauptangeklagten. Toll.

Und die Bilder sind überall im Internet zu finden.
Dann eine Videovernehmung zu wollen, ist abstrus.

Aber nur zu. Wenn es zu einer Verurteilung kommt, brauche ich Revisionsgründe.

Dann war noch eine lange Hauptverhandlung mit 19 Zeugen am Amtsgericht. Aber auch hier wieder ein guter Erfolg.

Entgegen dem Antrag der Staatsanwaltschaft erhielt der Angeklagte Bewährung. Zwar satte 500 Arbeitsstunden, aber Hauptsache nicht wieder Knast.

Morgen geht`s mit Vollgas weiter. Ende.