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Montag, 14. November 2011

vom LKA vergessen und vors Bundesverfassungsgericht gezogen...

Heute fing der Tag ja mal wieder klasse an.
Um 08.00 Uhr Vernehmungstermin beim Landeskriminalamt.
Klar. Ich fahre mit dem Rad.
Jedenfalls wenn ich nur in der Stadt unterwegs bin.
Also raus aufs Rad. Gefühlte – 20 Grad. Aber egal.
Ich bin pünktlich.
Ein Beamter kommt und meint, der Vernehmungsbeamte würde sich um 10 Minuten verspäten.
Immerhin müsste mein Mandant ja aus der Justizvollzugsanstalt geholt werden. OK. Ich warte in einem kalten und tristen Behördentreppenhaus.
Denn die anderen Räume sind für mich als Gast gesperrt. Verstehe. Sicherheit geht vor.
Ich warte und warte.
Um 08.30 Uhr kündige ich der Rezeptionistin die hinter der Glassscheibe sitzt (Sicherheit geht vor) an, dass ich nicht mehr warten werde und gehe.
Sie schaut mich an und sagt nur „Ja dann“.
Ich auch „Ja, dann bin ich mal weg“.

Also mit dem Rad um 08.39 Uhr vom LKA weggefahren und in die Kanzlei.
Ziemlich sauer, das ich da einfach im Treppenhaus warten muss und das Termine nicht eingehalten werden.

Sehr sehr ärgerlich.
Um 09.07 Uhr ruft der Vernehmungsbeamte an und teilt mit, er sei jetzt da.
Super. Auch der Mandant ist aus der JVA vorgeführt.

Super Sache. Ohne mich. Termine sind zum einhalten da und ich fahre nicht noch mal bei – 20 Grad gefühlt zum LKA.

Also freuen sich die Herren auch. Und wir machen einen neuen Termin.
Mal sehen, ob das mit der Pünktlichkeit dann hinhaut.
Ich jedenfalls bin kein Heiopei und warte wie ein Volltrottel in einem Flur auf den Zeitpunkt X.

Nee, Jungs. Könnt Ihr haken (ich weiß, dass ihr hier regelmäßige Leser seid J).

Also Büroarbeit und noch eine kleine Nebenklagesache wegen schwerer Körperverletzung mitgenommen.

Dann noch eine Verfassungsbeschwerde an das Bundesverfassungsgericht geschrieben.

Passte wunderbar. Bin eh gereizt wegen dem LKA Termin und da kann ich mich mal so richtig gegenüber dem Bundesverfassungsgericht austoben.

Worum geht’s ?
Ich Pflichtverteidiger. Landgericht. Ich mache die Revision und komme beim Bundesgerichtshof durch. Die Sache wird zurückverwiesen.
Der Mandant meint aber Undank sei Klasse und „kündigt das Pflichtverteidigermandat“ obwohl das gar nicht rechtlich möglich ist.
Egal. Ich lasse ihn mal machen.
Dann lese ich in der Zeitung das das Verfahren angefangen hat.
Ich wurde aber nicht gelesen.
Also Beschwerde zum LG wegen Willkür.
Ich wurde nicht geladen.
Der Richter geht darauf gar nicht ein und teilt mit, einen anderen Pflichtverteidiger unter meiner Entpflichtung bestellt zu haben.
Am ersten Verhandlungstag.
Undank ist halt der Welten Lohn.
Aber warum werde ich nicht mal geladen ?
Ist das gar eine abgesprochene, willkürliche Sache mit dem neuen Anwalt ?

Mit mir nicht, Jungs.
Also lege ich Beschwerde gegen die Entpflichtung ein. Wegen Willkür.
Der Richter schreibt unverständlich nein, keine Willkür. Der Angeklagte hätte ja gekündigt… . Aha.
Das reicht aber nicht und ich verlange eine förmliche Bescheidung.

Und dass Saarländische Oberlandesgericht schickt mir heute seinen Beschluss der zeigt, dass die die Vorgehensweise auch nicht raffen bzw. billigen, zaubern aber eine 0815 Mindermeinung raus und meinen damit sei es nun ja keine Willkür.

Wirklich überzeugend. Lach mich weg.

Also an den Rechner.
Ich lasse mir das nicht gefallen. Nicht mit mir.
Recht muss Recht bleiben.
Also schreibe ich eine Verfassungsbeschwerde wegen Verletzung meiner Berufsausübungsfreiheit.

Ich meine, mir geht es nicht um dieses Mandat. Nein.
Es geht um RESPEKT und um respektvolle Behandlung auch von Anwälten.
Und hierfür muss man auch als Anwalt in eigener Sache zu kämpfen bereit sein.

Ein Anwalt zeichnet sich auch dadurch aus, gegen Beschlüsse die er rechtlich nicht richtig hält, zu kämpfen.

Sonst könnte ich nicht mehr in den Spiegel schauen.

Daher kämpfe für mein Recht.

Und gegen Willkür.

How. Habe gesprochen… ähh… geschrieben. …