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Montag, 21. November 2011

Haare die geschnitten werden und der Staat zahlt...


Heute ging es mal wieder um den Vorwurf einer Körperverletzung am Amtsgericht.

Aber mit einer besonderen Note.
Denn ich hatte mit dem Dezernenten der Staatsanwalt vorher ausgemacht, dass das Verfahren eingestellt werden würde, wenn der Täter an das Opfer € 300,00 zahlen würde.

Also Hand drauf.
Gemacht. Der Mandant zahlt direkt und ich bestätige das der Staatsanwaltschaft.

Dann ging der Oberstaatsanwalt mit dem ich das ausgehandelt hatte in Pension und machte – natürlich – keinen Vermerk in die Akte.
Seine Nachfolgerin wusste ob der Absprache nix und erhob Anklage.
Super.

Also haben wir heute verhandelt.
Und es kam wie ich es vorhergesehen hatte:
Das Verfahren wurde nun eingestellt.

Nur mit der Maßgabe, dass die Landeskasse (also der Staat) die Verfahrenskosten trägt.
Darauf hatte ich bestanden; denn der Deal stand und das die Kosten explodierten war nicht von meinem Angeklagten verursacht.

Teurer Spaß… .

Dann habe ich noch ein wenig am einem anderen Amtsgericht auf eine Zivilsache gewartet.
Und zugehört.
Eine Kollegin vertrat ein achtjähriges Kind, dem gar schreckliches widerfahren war.
Im Bus hatte ein anderes Kind eine Strähne aus deren Haar mit einer Schere geschnitten.

Also ging es um psychische Folgen und sage und schreibe € 2.000,00 Schmerzensgeld.
Einen Vergleich gab es nicht.

Also wird der ganze Schulbus gehört und ich denke mir:

Wenn das Kind nicht schon vorher gemobbt wurde, dann jetzt garantiert.

Ich meine; wer macht denn mit seinem Kind so einen Schwachsinn und zieht vor Gericht.

Wegen Haaren, die wieder nachwachsen ?

Und dann noch auf Psycho- machen ?

Und dann cora publicum bei allen Mitschülern ?

Mit Verlaub, so ein Mandat hätte ich nicht angenommen.
Auch nicht mit Rechtsschutz.
Vielmehr hätte ich den Eltern was von Lebenswirklichkeit und den Folgen des Mobbings aufgrund so einer Klage in Schulkreisen erzählt.

Und ebenso dringend hätte ich von der Klage abgeraten; schon dem Kindeswohl wegen.