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Freitag, 25. November 2011

Abrechnungsbetrug mal anders


Unverschämt.
So einen geständigen Mandanten hatte ich schon lange nicht mehr.
Wie so oft in unseren Zeiten geht es um ein Ermittlungsverfahren gegen Ärzte. Und wie wir alle wissen, mögen die ganz besonders die Privatversicherten Kunden. Denn da lässt sich so allerhand Schabernack betreiben.
Daher haben wir hier im hübschen Saarland sogar eine Abteilung für Abrechnungsbetrug spendiert bekommen.
Na ja. Des einen Freud, des anderen Leid.
Egal. Mein Mandant ist Beschuldigter. Aber nicht als Arzt, sondern als Patient.
Gut, dass wir den Schritt nach vorne gegangen sind. Das bringt dem Mandanten – mit Hilfe des wirklich kompetenten Sachbearbeiters der Polizei heute – eine Einstellung nach § 153a Strafprozessordnung ein.
Das ist das Ziel und es ist greifbar. Gut für den Mandanten.
Schlecht für den Haupttäter, den Arzt. Denn dieser wurde massiv belastet.
Aber das ist nicht das Schlimmste.
Nein. Der Arzt aus der Pfalz wurde jüngst vom Pfälzer Haftrichter aus der Haft entlassen. Gegen Auflagen, versteht sich.
Und hier gehört zur Auflage, auch keinen Kontakt zu anderen „Tätern“ aufzunehmen.
Dumm, dagegen zu verstoßen und doch Kontakt aufzunehmen.
Sehr dumm, dass mein Mandant das dann alles zu Protokoll gegeben hat.
Sehr dumm. Aber wer die Warnschüsse nicht versteht, muss sie halt spüren lernen.
Und wo geht das besser als im Kittchen ?

Egal. Jeder ist seines Glückes Schmied.
Dann hatte ich noch jede Menge Besprechungen und Neumandate.
Auch Mandatsübernahmen von Kollegen. Na ja. Mandanten merken immer irgendwann, ob die Beratung reell oder unreell ist.
Daher sollte man zumindest dem Mandanten gegenüber eine gewisse „Ehrlichkeitsprognose“ haben.
Aber jeder Anwalt hat so seine Eigenarten; ich sicherlich auch.
Aber wieder eine Übernahme und mal sehen, was daraus werden wird.

Ist das Opfer wirklich mit einem Messer gestochen worden ?
War es der Beschuldigte oder gar ein unglücklicher Zufall ?
Oder gar eine andere Person ?

Wurde gar an dem Unfallort nach der nie gefundenen Tatwaffe gesucht ?
Wenn nein, warum nicht ?
Oder war es gar kein Messer, was die Wunde verursachte ?
Fiel das „Opfer“ gar hin und in eine z.B. Bierflasche und verletzte sich hierbei ?
Was sagen denn Sachverständige zu der Wundart ? Wie ist die erklärbar ?

Fragen über Fragen.
Ich denke, das wir eine nette Verhandlung.

So long.

Besprechungen gehen weiter.