Wir freuen uns über tolle Bewertungen.

Sonntag, 23. Oktober 2011

Wochenrückblick

Das war mal wieder eine spannende Woche.
Für jeden "Geschmack" war was dabei.
Zum Beispiel eine Verhaftung wegen Verdacht des gewerbsmäßigen Betruges. Schaden vorläufig so 120 Mio. Euro. Das ist ja was.
Und das der Staatsanwalt da erst mal auf Fluchtgefahr setzt, ist nicht unbegründet.
Tja, wenn man eine Firma verkauft, die nie eingetragen gewesen war, muss man erst mal einen Dummen finden.
Aber irgendwann steht mal ein solcher auf und wenn`s gut gemacht ist, findet auch jeder Topf seinen Deckel. Also mal abwarten was draus wird.
Dann noch eine Verhandlung eines sexuellen Mißbrauches von Kindern.
Vielmehr eines Kindes, 13 Jahre alt. Der Täter war gerade 16 Jahre alt und erkannte das wahre Alter des Mädels nicht... . Na ja. Die Pflegemutter erstattet Anzeige und es gibt eine Strafe. Klar und unausweichlich. Aber das Gericht konnte nicht nachweisen, dass der Täter das wahre Alter kannte. Also blieb zu allem Übel eine Vergewaltigung, da das Mädel noch zum Verkehr gezwungen wurde. ...
Aber auch hier konnte der Verteidiger noch eine Strafe erreichen (bevor es Kommentare hagelt: die Nebenklage war einverstanden !), wenn der Täter / Mandant seine Vorbewährungszeit - JGG - übersteht.
Na ja. Da könnte man gespannt sein.

Dann noch eine schwere Körperverletzung.
Mandant meint, das Opfer fasst seiner Freundin an den Popo ... und schlägt direkt voll zu. Mitten ins Gesicht.
Tatort wieder mal eine Disko.
Das Opfer fällt um und muss mehrfach genäht werden.
Übel, dass der Mandant auch noch die Freunde des Opfers vermöbelt hatte und noch übler, dass er schon neun Monate wegen Körperverletzung auf Bewährung hatte und somit in der Bewährungszeit handelte.

Übel.
Gut, dass ich Verteidiger war und erkannte, dass alle Zeugen Justizangestellte waren... . Wachmeister und so.

Tja. Da war klar, welche Aussageklarheit zu erwarten war und

schwuppdiwupp

haben wir ohne Zeugenvernahme in Abwesenheit des Angeklagten einen Strafbefehl mit einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten MIT BEWÄHRUNG ausgehandelt.
Klar, dass das in Rechtskraft erwächst.

Wieder war auch die Nebenklage einverstanden (Danke, F. !) und so war auch diese Akte geschlossen.

Zwischendurch dann noch zwei Gewaltschutzsachen und Arbeitsrechtsachen verhandelt.

Und nun gehts weiter am heiligen Sonntag zur zeugenschaftlichen Vernehmung mit Mandanten zum Landeskriminalamt.

Dann allen Bloglesern einen sonnigen Herbstsonntag.