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Montag, 31. Oktober 2011

Brückentag und drei Verhandlungen

Brückentag und doch viel los.

Der Tag fing an mit einer Verteidigung wegen Körperverletzung. Fünfter Anlauf und Mandant wieder mal nicht da.
Also haben wir einen Strafbefehl gemacht und gut ist.

Dann zum Landgericht.
Vorwurf zigmaliger sexueller Missbrauch eines Kindes. Ohaah. Die Presse war auch da, nur der Angeklagte – mein Mandant – nicht. Der war aufgrund einer akuten Depression in einer Fachklinik und ist wohl die nächsten Monate nicht verhandlungsfähig.
Also platzte die Sache auch.

Heute Mittag dann noch eine Sache wegen fahrlässiger, schwerer Brandstiftung. Die Mandantin – die Angeklagte – hatte durch den Brand all ihr Hab und Gut verloren und war zum Brandzeitpunkt nicht zu Hause.
Aber ihre drei Katzen. …
Jedenfalls kommt die Feuerwehr und die Polizei und stellt die Beweise sicher.
Und siehe da:
Brandursache ist der Herd in der Küche.
Ein Rädchen sei auf 1,5 gedreht gewesen und durch die Hitze sei der Brand entstanden.
Fahrlässig für die Mandantin, so die Staatsanwaltschaft.
Das hatte zur Folge, dass das wichtigste Beweismittel – der Herd – gleich auf den Müll geworfen wurde und als Beweismittel nicht mehr zur Verfügung stand.

Es kostete mich zig Internetrecherchen auf Mieze- Katzen – Seiten bis ich genug zur Stützung der These der Mandantin zusammen hatte, dass die Katzen die Räder des Herdes verdreht haben könnten.

Schwer genug, die Verfahrensbeteiligten von dieser These zu überzeugen. Aber immerhin konnte die Hypothese nicht widerlegt werden und die Mandantin muss sich ja wohl kaum – worauf ich mehrfach hinwies – derart einlassen, dass diese ihre Unschuld beweisen muss.
Nein.
Das Gericht muss von der Schuld überzeugt sein.
Einzelrichter sind da aufgrund ihrer „Allmacht“ manchmal etwas schwierig.

Aber der Staatsanwalt war erfahren genug eine Einstellung nach § 153 Strafprozessordnung vorzuschlagen.
Und als ich dann noch durchdrücken konnte, dass die Staatskasse auch die notwendigen Auslagen der Angeklagten (also die Verteidigerkosten) zahlt, waren wir auch einverstanden.

Gut und wieder ein zufriedener Mandant bzw. Mandantin.