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Montag, 8. August 2011

verschiedene Zeugenarten

Der Tag fäng ja gut an. 
Heute mal zur Abwechslung eine Bußgeldsache mit Rotlichtverstoß vor einem Amtsgericht. 
Zwei Polizeibeamten, der Betroffene und drei Zivilisten.
Die Beamten sagen aus:
Der erste ist der Sachbearbeiter und teilte mit auf der der linken von zwei Spuren gefahren zu sein bevor der Betroffene angehalten wurde. 
Der zweite Beamte benannte die linke Fahrspur und konnte sich an alle Einzelheiten erinnern, die im Bußgeldbescheid stehen. Fragen nach Wetter oder Farbe des Autos des Betroffenen (also Sachen, die nicht im BG - Bescheid stehen) wusste er nicht mehr. Logisch für mich, dass er den Bescheid auswendig gelernt hat, eigentlich aber nichts mehr weiß.
Und noch weitere Widersprüche... . 
Soweit so gut. Die drei Mitfahrer - Zeugen - Zivilisten sagten alle, die Ampel sei nicht auf "rot" gewesen. 
"Sonst hätten wir ihn ja nicht angehalten".
Klar. 
Urteil sinngemäß:
Der Bescheid bleibt. Das sich die Beamten widersprochen hatten, spricht für deren Glaubwürdigkeit. Denn hätten die sich nicht widersprochen, würde das für eine Absprache sprechen. 
Da die Zeugen des Betroffenen nicht gleich ausgesagt hatten, spricht dies für eine Absprache um ihn zu entlasten. 

AHA.
Schon mein Vater sagte mir mal:
Um die Aussage eines Polizisten zu widerlegen, braucht man 10 Zivilisten. 

Ich sagte "Nein, das glaube ich nicht" und studierte mal Rechtswissenschaften. 

Aber nun versteht der Mandant, dass ich ihm sagte ein Urteil zu bekommen. 
Nicht mehr und nicht weniger.