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Montag, 20. Juni 2011

...dann war der Angeklagte wohl der falsche Angeklagte

Nachdem heute ein glücklicher Mandanten (der zwar mit EHEC Verdacht noch stationär im Krankenhaus sitzt) in der Berufungssinstanz mit einer super netten und kompetenten Staatsanwältin noch mal Bewährung bekam, hatte ich noch vor einem Amtsgericht eine Strafverhandlung wegen Verdacht der Körperverletzung zum Nachteil eines Ladendetektives.
Auch war ein Mitangeklagter dabei. Dieser brüstete sogleich: "Ey, ich kenne meinen Mitangeklagten gar nicht. Der war gar nicht dabei". Worauf mein Angeklagter das "Ey" zurückwarf, er kenne ihn - den anderen Angeklagten - auch nicht.
Egal. Die Staatsanwaltschaft klagt an, wenn die Fakten auf dem Tisch liegen.
Und so gab es ja Lichtbilder auf denen der Täter abgebildet war (von der Polizei vor Ort fotografiert und mit dem Namen des Täters versehen).
Und als Name stand da eben der Name des Mandanten, des nur möglichen Täters.

Aber was stellte sich heraus:
Der Täter auf dem Lichtbild war groß und blond.
Der Mandant / Angeklagter war jedenfalls weder besonders groß, noch blond. Eher mediteran und südländisch aussehen.
Nachdem der Angeklagte auch gegenüber dem Richter seinen Ausweis vorlegte und versicherte mit seinen 24 Jahren noch nie eine Gesichtsoperation durchzogen zu haben, musste auch Frau Staatsanwältin grinsen.
Ja. Dann war es wohl der falsche Angeklagte.
Ergo Freispruch.
Welcher Beamte diesen Fehler in die Akte hat einfließen lassen, wurde mal kulant nicht näher hinterfragt... .


Es gibt nichts, was es nicht gibt. 
Und die anwesende Schulklasse im Publikum hätte wohl mit viel gerechnet, aber nicht mit so einer Verhandlung auf so einer Anklage.