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Dienstag, 31. Mai 2011

Deeskalation nach Strafverhandlung.

Heute wie gesagt mal in Hessen als Strafverteidiger.
Und wieder mal Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte.

Es wurde ein wenig verhandelt; jedenfalls durften die Zeugen Polizeibeamten nicht aussagen. Nicht heute, es gibt einen neuen Termin mit "vollem Programm" und weiteren Zeugen.
Jedenfalls stehe ich nach dem Termin mit dem Mandanten, seiner Freundin und seiner Oma vor dem Gericht. Wir besprechend die Sache  noch mal.


Augenzeugenbericht & Erinnerungsvermerk:

Dann kommen die beiden Polizeibeamten die vorher als Zeugen geladen worden waren, aus dem Gebäude.

Der Erste geht am Mandanten - den Angeklagten - vorbei. Ganz normal.

Ca. fünf Meter hintendran sein Kollege.
Bullig vom Erscheinungsbild.

Auffällig für mich war, dass er direkt hinter dem Rücken des Mandanten (ca. 20 cm Abstand) und dann sofort auf die Straße ging.
Als der Beamte direkt hinter dem Mandanten war, schrie dieser "Aua, der hat mir einen Rand gegeben" auf.

Genauer:
Der Beamte hatte einen Schirm in der Hand und fuchtelte mit diesem rum.
Gerade hinter dem Rücken des Mandanten sagte dieser sowas wie das er sich über den Schirm ärgert, weil dieser nicht aufging. 


Das hatte schon den Anschein, durch das Fuchteln einen Grund für eine Berührung härter Art schaffen zu wollen.

Immerhin war wirklich überall Platz und das sah schon sehr provozierend aus.

Ich bat den Beamten zurückzukommen da mein Mandant angab gestoßen worden sein.

Der Beamte war auffälligerweise sogleich auf 580 und brüllte den Mandanten an (der den "Rand" schilderte und fragte warum das nötig gewesen war), er - der Beamte - hätte diesen vielleicht  mit seiner Waffe (er deutete auf diese!) zufällig und aus Versehen gestoßen.


Komisch.
Betroffene Hunde bellen, sagt man doch.

Der Beamte brüllte dann noch völlig unangemessen, das er sich das nicht gefallen lassen würde. Es sei nichts  gewesen. Klaro. 

Dann ging er wutschnaubend weg. Deeskalation pur. 
Wenigstens hatte die Verlobte und die Oma den "Rand" mit eigenen Augen gesehen.

Schade nur, dass keine Außenkameras am Gerichtsgebäude waren.
Das wäre sicherlich interessant gewesen.

Das gibt wohl ein weiteres Verfahren; aber der Mandant geht erst mal zum Arzt und erstattet Strafanzeige. An einer anderen, als an der ortsansässigen Dienststelle. Wegen Verdacht der Körperverletzung im Amt.

Aber mal ehrlich ?

Muss so was sein ?

Ich selbst habe den "Rand" zwar nicht gesehen, aber das so nahe hinter dem Rücken laufen war schon irgendwie auffällig ungewöhlich.

Da Mandant, Oma und Freundin spontan dieselbe Beobachtung schilderten, war dies sehr sehr authentisch.
Im Gegenteil dazu das Verhalten des Herrn Polizeibeamten... .

Dann warten wir`s mal ab.


Sachen gibt, die gibts gar nicht.