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Freitag, 29. April 2011

Scheinehe mal anders

Das war mal interessant.

Es ging um den Vorwurf einer landläufig als "Scheinehe" bezeichneten Straftat.

Der Angeklagte - Mandant - wurde nicht unmittelbar nach der Eheschließung von der aus Kroatien stammenden Gattin verlassen. Nach Monaten halt.

Und das gefiel dem Mandanten gar nicht, weshalb er fest der Überzeugung war, dass es eine strafbare Scheinehe war.

Gedacht und gehandelt war schnell.
Ab zur Polizei und eine Selbstanzeige.

Diese war begeistert ob der Rechtsstaatlichkeit der Selbstanzeige und  nahm alles auf.
Nur die Befragung war sehr kurz. Zu kurz.

Nur so drei vier Fragen und ab mit der Akte zur Staatsanwaltschaft.

Dort muss man gedacht haben,
"schnell eine Anklage raushauen und ein Erledigungskreuzchen ergattern".

Die Sache geht also zum Strafrichter der - wie so oft - unkritisch eröffnet.

Dann die Hauptverhandlung mit einem Richter die wirklich gut vorbereitet war und als Erster die Befragung en detail leitete.

Nachdem der Angeklagte mit seinem Geständnis herausplatzte, dass er reuig sei.

Na ja.

Nach der Befragung war klar, dass die beiden Angeklagten (die Gattin als zwischenzeitliche EX war auch
angeklagt) tatsächlich zusammengewohnt hatten.
Als wirkliche Ehe. Aha.
Aber der Mandant war überzeugt, dass die Ex ihn mit der Heirat reingelegt hatte, da sie sich danach um 360 Grad gedreht hätte... . Und das musste eine Scheinehe sein.
Der Richter
verweigerte die vom Angeklagten entgegen anwaltlichen Rat erwünschte Verurteilung (!) und um
dem Angeklagten nicht die Kosten eines Freispruches aufzudrücken, wurde eingestellt.

Eigentlich ist die Frage offen, wer das verbockt hat.

Hätte die Polizei so ordentlich wie der Richter gefragt, hätte doch spätestens die Staatsanwaltschaft die Akte zumachen müssen. ...

So ein Sachverhalt ist jedenfalls nicht alltäglich. 

Na dann ... .

@Anonym:

Glauben Sie wirklich, dass der Vernehmungsbeamte eingestehen wird, dass es nur Rechtsansichten waren ? Der wird fest behaupten, dass der Angeklagten den Tatbestand einer Scheinehe schilderte. ...