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Freitag, 1. April 2011

Flaschenwurf auf Polizisten - FREISPRUCH

Heute ging es um den Vorwurf des "Flaschenwurfes auf Polizisten". Sprich: der Mandant war der versuchten, gefährlichen Körperverletzung angeklagt. Er soll aus dem 10. Stock eines Hausanwesens eine Bierflasche auf Polizeibeamte geworfen haben, die den Mandanten just vorher einen Besuch wegen Ruhestörung abgestattet hatten. Die Beamten waren sicherlich erschrocken, als die Flasche auf der Straße zerplatzte. Die Beweisaufnahme ging hin - und her. Eigentlich haben sich alle Zeugen irgendwie widersprochen. Auch ist es toll, dass es sage und schreibe vier Beamten im Zeugenstand nicht gelang, diesselbe Stelle zu bezeichnen, an der die Flasche aufgetroffen war. Es blieb bei einer Diskrepanz von einem zu 10 Metern. Toll. Das dann der Zeuge, der die Einlassung des Angeklagten stützte, sogleich von Herrn Staatsanwalt angegriffen wurde, dass er "nun ein Strafverfahren wegen uneidlicher Falschaussage" bekäme, kennen wir ja schon. Diese Drohungen scheinen bei Entlastungszeugen modern. Aber heute hatten wir es auch mal von der anderen Seite betrachtet, da ich Herrn Staatsanwalt auffordern musste, auch gegen Polizeibeamte (wenn wir alle schon am Drohen sind) Strafanzeige wegen uneidlicher Falschaussage zu erstatten. Warum ? Na ja. Ein Beamter erzählte wie es bei der Ruhestörung in der Wohnung zuging und was der Angeklagte da alles so an Widerstand geleistet hatte. Problem war nur, dass die drei Beamten vor ihm sagten, dass nur zwei Beamte in der Wohnung waren und gerade nicht der vorbenannte Beamte, der alles gehört haben will. Hierauf angesprochen äußerte der Beamte ein UPPS. Er hätte sich wohl "geirrt". Hallo ? Wie kann das denn sein ? Er hat schlicht eine Story erzählt, bei der er nicht dabei war ! Und das als eigene Wahrnehmung verkauft. Soweit sind wir. Aber das dann auch der Beamte eine Strafanzeige verdient hätte, wollte Herr Staatsanwalt natürlich nicht hören. Gleichbehandlung halt... . Egal. Viel plädiert und viele Argumente für die Verteidigung mit dem Ergebnis, dass es einen FREISPRUCH gab. Herr Staatsanwalt wollte übrigens eine Strafe ohne Bewährung, da der Angeklagte unter Bewährung stand.
P.S. Der Angeklagte hatte sich eingelassen, nicht geworfen zu haben.