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Donnerstag, 2. Dezember 2010

VORWURF ERPRESSUNG. FREISPRUCH !

Heute war eine Verhandlung wegen dem Verdacht der Erpressung. "Böse". Mein Mandant war angeklagt. Ein angesehener Geschäftsmann, der nicht wusste, wie ihm geschieht. Denn: zur angeblichen Tatzeit war er gar nicht am Tatort an dem er der Anklage nach mit einem "bedrohlich wirkenden Typ" gewesen sein soll, der gleich mit angeklagt wurde. Vertreten durch den Kollegen Will. Das ist immer ein Problem: wenn man am Tatort nicht war und die Tat nicht begangen hat, wie soll man dann Stellung nehmen ? Eben: das alles gelogen ist. Und so hörten wir den Belastungszeugen. Eine traurige Gestalt vor dem Herren mit einem Nebenklagebeistand (Anwalt), der keinen besseren Eindruck hinterließ. Jedenfalls erzählte der Zeuge von der Erpressung die ihm widerfahren sein soll. Problem war jedoch, dass er die Story völlig anders als bei der Polizei erzählte. Dort erzählte er noch, dass es um die Summe x ging, vor Gericht war es dann die Summe y. Wurde er in seiner Aussage bei der Polizei noch von beiden bedroht, wäre meiner heute auf einmal auf der Toilette gewesen. Der Mittäter sei ein Bodybildertyp, prägnant durch seine Armtätowierung. Nur, der war gar nicht tätowiert und zog sich zum Beweis vor Gericht aus. Als das Opfer dann noch sagte, er wäre um die Summe x erpresst worden, hätte in der Aussage bei der Polizei aber dann noch einen quasi "Sicherheitszuschlag" der Summe "hinzuaddiert", war ich kurz vor der Explosion. Nur dem beherzten Eingreifen meines Mitverteidigers Rechtsanwalt Will war es zu verdanken, dass ich in Robe nicht über die Bank geklettert und den Zeugen durchgeschüttelt (mildestes Mittel!) hatte. Die Staatsanwältin deutete sofort an, dass auch für Sie die Sache klar sei: der Zeuge (Opfer) sei unglaubwürdig. Es gab nur eine Möglichkeit: FREISPRUCH. Und so war es dann auch. Das der Kollege Nebenklagevertreter anstatt eines Plädoyers irgendwas von "Wiedereintritt in die Beweisaufnahme" faselte und versuchte einen Antrag auf Zeugenvernehmung zu konstruieren, war noch lustig ob der Hilflosigkeit. Da der Antrag schlicht unzulässig als Beweisantrag mangels Konkretisierung / Bezeichnung der Beweistatsache war, reichte dem Richter mein Hinweis darauf und er verkündete den FREISPRUCH FÜR BEIDE ANGEKLAGTE. Ach ja: die Angeklagten waren wirklich unschuldig. Wir Verteidiger waren davon überzeugt :-)

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